Hessnatur in den Händen von Private Equity: Horrorszenario oder Chance auf Entwicklung? (1/3)

Ein Treffen mit Marc Sommer, dem neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung von hessnatur

„Und, isser nett?“ will mein Sohn (6) wissen, als ich ihm erzähle, warum ich am Freitag im hessischen Butzbach beim Ökomodeanbieter Hess Natur war. Na mal sehen.

Der Weg zum Empfang bei Hess Natur führt mich über den Firmenparkplatz. 2 Plätze sind „reserviert“, vermutlich für die Geschäftsleitung. Ein Audi A4 Kombi mit Firmenflottenkennzeichen und ein Leihwagen. VW Familienkutsche. Wahrscheinlich ist der Firmenwagen für den neuen Geschäftsführer noch nicht da. Jedenfalls ein unauffälliger, Auftritt, wenn auch nicht gerade von umweltschützerischer Innovationskraft geprägt. Protzen will man hier aber nicht, so weit, so angemessen.

Die freundliche Dame am Empfang hat Verständnis dafür, dass ich nach längerer Fahrt gerne noch in Ruhe die Toilette aufsuchen möchte. So darf ich quasi inkognito den Weg in die Büroetage erklimmen und soll mich später bei ihr wieder einfinden, damit sie mich beim Büro des Geschäftsführers anmelden kann.

Frühsport! Die Büroetage befindet sich nämlich huckepack auf dem Hess Natur Lager: ein Obergeschoß auf Höhe des zweiten Stocks mit markanter Balkenkonstruktion und hohen, schrägen Dachflächen mit viel Glas, das Ein- Durch- und Ausblicke gewährt.

Gleich oben im offenen Treppenhaus treffe ich auf drei Menschen, die damit beschäftigt sind, ein großes Plakat aufzuhängen. Merinoschafe schauen mich an. In Lebensgröße. Lieb.

Den einen der beiden Herren erkenne ich nach dem Pressefoto und treffe also schon jetzt etwas überfallartig im Treppenhaus auf meinen Gesprächspartner. (Die Dame am Empfang wird sich sicher wundern, was aus mir geworden ist).

Herr Sommer sieht aus, wie sein wandelndes Pressefoto, überm krawattenlosen weißen Hemd trägt er einen beigefarbenen Pulli. Schmuseweich. So übrigens auch der andere Herr aus dem Treppenhaus. Offenbar eine Art Uniform hier, jedenfalls für Männer, deren Position im Unternehmen anderswo den dunklen Zwirn erfordern würde. Aber hier zeigt man so natürlich Verbundenheit zum eigenen Produkt. Ob die auch innerlich besteht, will ich heute herausfinden.

Ansonsten sehe ich fast nur weibliche Mitarbeiter, die ein breites Spektrum Hess Natur der letzten 10 Jahre tragen, sehr individuell in den unterschiedlichsten Arten kombiniert und interpretiert. Später dann auch noch einen jungen Mann mit langem Rock – das ist ja auch das Mindeste, was ich beim Besuch einer Modefirma erwarte.

Marc Sommer platziert mich an seinen runden Besprechungstisch – mit dem Gesicht zum Fenster, sich selbst mir gegenüber. Oho. Das Gesicht meines Gegenübers kann ich trotzdem ziemlich gut sehen, denn das große Eckbüro hat auch Fenster an meiner rechten Seite. Nun geht’s also zur Sache und mein Gesprächspartner stürzt sich gleich umstands- und fast etwas atemlos in medias res.

[Fortsetzung folgt hier]

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